Marktraumumstellung

Warum ist die Marktraumumstellung notwendig?

Der deutsche Erdgasbedarf wird heute zu etwa zwei Drittel aus H-Gas (High calorific gas) und zu einem Drittel aus L-Gas (Low calorific gas) gedeckt. Die unterschiedlichen Gasbeschaffenheiten resultieren i. W. aus ihren Aufkommensquellen. Aus norwegischen und russischen Quellen gelangt H-Gas und aus niederländischen und deutschen Quellen überwiegend L-Gas zu den deutschen Verbrauchern. Die unterschiedliche chemische Zusammensetzung der Erdgase ist Ursache dafür, dass die für das Verbrennungsverhalten wichtigen Kennwerte wie Wobbe-Index und Methanzahl signifikant voneinander abweichen. Um eine effiziente Erdgasverwendung zu gewährleisten, ist eine Anpassung der Gasverbraucheinrichtungen von L-Gas auf H-Gas notwendig.

Die Produktion von L-Gas im Nordwesten Deutschlands und in den Niederlanden vor allem aus dem Groningen-Feld ist in den letzten Jahren rückläufig. Deshalb mussten die Prognosen der zukünftigen Verfügbarkeit von L-Gas wiederholt nach unten korrigiert werden. Derzeit geht man von einem Rückgang der L-Gas Mengen in Höhe von mehr als 90% in den nächsten fünfzehn Jahren aus.

Zur Durchführung der notwendigen Umstellarbeiten wurde von den Ferngasnetzbetreibern ein Netzentwicklungsplan erarbeitet. In diesem Plan sind die Zeiträume festgelegt, in denen die Marktraumumstellung von L-Gas auf H-Gas erfolgt. Er bildet somit die Basis für die Zeitpunkte der Umstellung der Netze sowie für den Start der Anpassungsarbeiten bei Industrie und Haushalts- und Gewerbekunden.

Netzbetreiber

Von der Marktraumumstellung sind in Deutschland schätzungsweise ca. 5 Millionen Haushaltskunden mit ca. 6 Millionen Verbrauchsgeräten betroffen. Die Verantwortung für die operative Umsetzung der technisch notwendigen Anpassungen liegt bei den jeweiligen Ausspeisenetzbetreibern.

Die ersten Pilotprojekte und Regionen wurden umgestellt. Große Umstellgebiete folgen in den nächsten Jahren. Hochrechnungen ergaben, dass ab dem Jahr 2020 jährlich ca. 450.000 Geräte deutschlandweit anzupassen sind.

Der Ablauf einer Gasumstellung

Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und die Kooperationsvereinbarung der Netzbetreiber (KOV) geben den organisatorischen Ablauf einer Gasumstellung vor. Nach EnWG trägt der Netzbetreiber zunächst die Kosten für die technisch notwendigen Anpassungen der Netzanschlüsse, Kundenanlagen und Verbrauchsgeräte. Diese Kosten werden anschließend mit einem Umlageverfahren über das Marktgebiet erstattet.

Den zeitlichen Ablauf einer Gasumstellung zeigt folgende Aufstellung:

  • Veranlassung des Umstellungsprozesses durch den Fernleitungsnetzbetreiber
  • Ankündigung und kaskadische Information der betroffenen Netzbetreiber
  • Festlegen der Aufspeisestruktur mit H-Gas, Prüfung von Umstellungsgebieten, Klärung der Druckanforderungen, Planung neuer Übergabestationen
  • Organisation der Umstellung
  • Projektorganisation, Erstellung eines Umstellungsfahrplans, Information der Kunden, Prüfung vergaberechtlicher Vorgaben (Sektorenverordnung)
  • Vorbereitung der Umstellungs- und Anpassungsarbeiten
  • Detailplanung der Umstellbezirke, Planung der zukünftigen H-Gas-Aufspeisung, Prüfung Vertragsanpassungen
  • Geräteerhebung bei Standardletztverbrauchern anhand Anpassungshandbuch, Qualitätskontrolle, Auswertung für Gruppeneinteilung, Beschaffung Anpassungsmaterial
  • Veranlassung der Anpassungsarbeiten bei Sonderletztverbraucher
  • Durchführung der Umstellungs- und Anpassungsarbeiten
  • Errichtung notwendiger technischer Einrichtungen, Bereitstellung H-Gas
  • Anpassung der Gasverbrauchsgeräte der Standardletztverbraucher, Qualitätskontrolle
  • Durchführung der notendigen technischen Anpassungen an den Anlagen der Sonderletztverbraucher
  • Änderungen im Bilanzkreismanagement
  • Festlegung des bilanziellen Umstellungszeitpunktes
  • Bilanzkreiszuordnung der Zählpunkte zu H-Gas Bilanzkreisen bzw. Subbilanzkonten
  • Prüfung auf Vollständigkeit
  • Berücksichtigung des neuen Bilanzierungsbrennwertes
  • Anpassung der Gasabrechnung nach G 685
  • Festlegung des Abgrenzungsstichtages
  • Zählerablesung 31 Tage vor bis 45 Tage nach dem Stichtag

Netzbetreiber - Produktkatalog

Für Sie als Netzbetreiber ist die Marktraumumstellung eine zusätzliche Herausforderung und Belastung zu ihrem Tagesgeschäft. Sie müssen die Anpassung der Gasverbrauchseinrichtungen in Haushalten und Industrie planen, den Prozess organisieren und umsetzen. Dabei sind die Ablaufprozesse zur Anpassung von L-/ H-Gas bis zum tatsächlichen Umstellungstermin genauestens einzuhalten. Die Ermittlung, Abstimmung, Anerkennung und zeitgerechte Weiterreichung der technisch notwendigen Umstellungskosten ist für die Liquidität des Unternehmens besonders wichtig. Hierzu stehen wir Ihnen als DIGASKO zur Seite. DIGASKO ist der spezialisierte und erfahrene Servicepartner zur Bewältigung dieser Herausforderung für ihr Unternehmen.

Unsere Arbeiten könnten für Sie umfassen:

Information

  • Durchführung von Informationsveranstaltung für Entscheidungsträger, Fachpersonal und Kunden über Themen der Marktraumumstellung
  • Informationsbereitstellung für Haushalte, Fachhandwerk, Schornsteinfeger und Kommunen

Projektmanagement

  • Erfassung der technisch notwendigen Anpassungsarbeiten und monetäre Bewertung der Umstellarbeiten
  • Abstimmung der umlagefähigen Kosten mit der zuständigen Regulierungsbehörde
  • Aufstellung und zeitgerechte Nachverfolgung von Ablaufprozessen zur Erhaltung der Unternehmensliquidität
  • Organisation der L-/H-Gas Umstellungsarbeiten
    - Vorbereitung
    - Durchführung
    - Bilanzkreismanagement
    - Abrechnung

Industrie

Die Änderung der Gasbeschaffenheit von L-Gas auf H-Gas veranlasst durch die Marktraumumstellung betrifft mehr als sechs Millionen Verbrauchsgeräte und Kundenanlagen in Haushalten, Gewerbebetrieben und Industrieunternehmen. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und die Kooperationsvereinbarung der Netzbetreiber (KOV) geben den organisatorischen Ablauf einer Gasumstellung vor. Nach EnWG trägt der Netzbetreiber zunächst die Kosten für die technisch notwendigen Anpassungen der Netzanschlüsse, Kundenanlagen und Verbrauchsgeräte. Diese Kosten werden anschließend mit einem Umlageverfahren über das Marktgebiet erstattet.

Industrieunternehmen sind i.d.R. durch keine Standard-Gasanwendungen gekennzeichnet. Die technisch notwendigen Anpassungsmaßnamen veranlasst der Ausspeisenetzbetreiber in Abstimmung mit dem Betreiber der Kundenanlage, wobei die Maßnahmen auch durch den Anlagenbetreiber durchgeführt werden können. Die anfallenden notwendigen Kosten sind bei der Überschreitung einer 5.000,- Euro-Grenze vom Ausspeisenetzbetreiber und Betreiber der Kundenanlage vorab mit der zuständigen Regulierungsbehörde abzustimmen.

Da es sich hierbei um umlagefähige Umstellungskosten handelt, sind diese für den Wälzungsprozess bis zum 31. August eines Jahres für das folgende Kalenderjahr direkt an den Fernleitungsnetzbetreiber zu melden. Nach Erfassung aller Umstellungskosten werden diese über einen spezifischen Umstellungs-Wälzungsbetrag zusätzlich zu den Ausspeiseentgelten erhoben und von allen Kunden im Marktgebiet getragen.

Die L-/H-Gas Anpassungsmaßnahmen betreffen in der industriellen Gasanwendung ein breites Einsatzgebiet mit vielfältigen Gasverbrauchseinrichtungen unterschiedlicher Brennertypen wie Strahlungs-, Flächen- und Rekuperator-Gasbrennern.

Diese findet man u.a. in:

  • Industrieöfen und Erwärmungsanlagen
  • Trocknungsanlagen und Schmelzöfen
  • Kesselanlagen (Heißwasser-, Dampf-, Thermoölkessel)
  • Hallenheizung (Hell- oder Dunkelstrahler)

Auch auf Gasmotoren und Gasturbinen wirkt sich die Marktraumumstellung aus. Viele Gasverbrauchseinrichtungen sind genau auf Methanzahl und/oder Wobbe-Index einzustellen. Bei dem Einsatz von Erdgas als Rohstoff ist das Kohlen-Wasserstoff Verhältnis von entscheidender Bedeutung.

Industrie - Produktkatalog

Für Sie als Industrieunternehmen ist eine Änderung der Gasbeschaffenheit von besonderer Bedeutung. Änderungen der Gasbeschaffenheit können Störungen in der Produktion oder der Produktqualität verursachen. Damit die Produktion unverändert weiterläuft, muss eine Erdgasanpassung an industriellen Anlagen professionell organisiert und umgesetzt werden. DIGASKO ist der spezialisierte und erfahrene Servicepartner zur Bewältigung dieser Herausforderung für ihr Unternehmen.

Unsere Arbeiten könnten für Sie umfassen:

Vorbereitung

  • Erarbeitung eines Projektplans unter besonderer Berücksichtigung der Produktionsprozesse
  • Erhebung und Dokumentation der Gasverbrauchseinrichtungen
  • Ermittlung der Anpassungskosten und Abstimmung der Kostenübernahme mit dem Netzbetreiber und der Regulierungsbehörde
  • Erfassung wichtiger Prozessparameter vor und nach der Gasanpassung
  • Ausschreibung der Anpassungsmaßnahmen und Überprüfung der Angebote
  • Beratung bei der Auftragsvergabe

Information

  • Informationsveranstaltung für Entscheidungsträger und Fachpersonal im Unternehmen zum Gasbeschaffenheitswechsel und zur Anpassung
  • Schulung der Beteiligten im Bereich der betrieblichen Gasversorgung

Umsetzung

  • Koordination und Überwachung der Anpassungsarbeiten und der zeitlichen Vorgaben
  • Unterstützung bei der Änderung der Gasbeschaffung und des Bilanzkreismanagements
  • Dokumentation aller Arbeitsschritte

Markt aktuelles - Energieeffizienz

Eine weitere Kompetenz der DIGASKO liegt in der Analyse und Bewertung der Effizienz des Energieeinsatzes in den Segmenten Haushalte, Gewerbe, Handel und Industrie. Hier werden Handlungsempfehlungen entwickelt und der Umsetzungsprozess moderiert.

Die Steigerung der Energieeffizienz gewinnt in vielen Unternehmen an Bedeutung. Nicht nur die Senkung der Energiekosten, sondern auch das nachhaltige Handeln wird für viele Unternehmen zu einem relevanten Qualitätsmerkmal. Bei der Auswahl von Zulieferbetrieben wird die Nachhaltigkeit in die Bewertung einbezogen.

In diesem Bereich können wir auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Deshalb ist DIGASKO auch in diesem Aufgabenfeld der spezialisierte Servicepartner für ihr Unternehmen, sowohl bei der Einführung als auch bei der kontinuierlichen Anwendung des Wirkungsprozesses.

Neben der Senkung von Energiekosten profitieren Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen auch von steuerlichen Vorteilen und der Möglichkeit der Senkung der EEG-Umlage. Diese Vergünstigungen koppelt der Gesetzgeber an die Einführung eines effizienten Energiemanagements im Unternehmen.

DIGASKO ist der Partner für ihr Unternehmen, um den kontinuierlichen Prozess des Energie- managementsystems einzuführen und die Anforderungen der ISO 50001 zu erfüllen.

Für die sich vom Energieversorgungsunternehmen zum Energiedienstleistungsunternehmen wandelnden Unternehmen ist das Angebot von Effizienz-Services ein Markt der Zukunft, der nicht nur zu einer partnerschaftlichen Kundenbeziehung beiträgt, sondern "win-win" Situationen mit Ertragspotenzial schafft.

Markt aktuelles - Krisenvorsorge Gas

Jährliche Simulation eines Krisenfalls bis zum 30. September

Ziel ist es, ein enges Zusammenwirken der verschiedenen Marktteilnehmer im Krisenfall sicherzustellen. Prozessuale Abläufe und Kommunikationswege werden ebenso definiert wie Informations- und Dokumentationspflichten der Netzbetreiber. Um eine effektive Krisenbewältigung zu erleichtern, verpflichtet der Leitfaden alle deutschen Netzbetreiber, den Krisenfall jährlich bis zum 30. September in Zusammenarbeit aller Netzbetreiber zu simulieren und zu dokumentieren.

Dies beinhaltet einen zweistufigen Prozess, in dem der übergeordnete FNB eine Gasmangellage erkennt und daraufhin kaskadenförmig alle nachgelagerten Netzbetreiber über die potentiellen Engpässe informiert. In entgegengesetzter Richtung melden die nachgelagerten Netzbetreiber dann ihre jeweiligen Abschaltpotenziale kaskadenförmig an den jeweils vorgelagerten Netzbetreiber zurück. Der konkrete Ablauf dieses Prozesses ist durch Informationspflichten und Formblätter zur Kommunikation festgelegt und standardisiert.

Leitfaden zur Krisenvorsorge Gas

Die Versorgungssituation im Februar 2012 hat gezeigt, dass eine effektive Vorbereitung und die regelmäßige Simulation von Krisenfällen zu einer wesentlichen Verbesserung im Umgang mit den Auswirkungen von regionalen und nationalen Versorgungsengpässen beitragen. Vor diesem Hintergrund hat der BDEW im vergangenen Jahr den Leitfaden Krisenvorsorge Gas herausgegeben. Neben der Beschreibung der Informationspflichten und Kommunikationswege für eine koordinierte Umsetzung der Maßnahmen des §16 des EnWG konkretisiert der Leitfaden vor allem die Anforderungen des § 21 Systemverantwortung der Kooperationsvereinbarung.

Unterstützung durch DIGASKO

DIGASKO bietet Ihnen an, Sie bei der Umsetzung der Vorgaben zur Krisenvorsorge Gas individuell in Form eines eintägigen Workshops zu unterstützen. Neben der inhaltlichen Aufarbeitung der relevanten Prozessabläufe und Informationenpflichten können wir Ihnen zudem auch Unterstützung bei der Implementierung der Prozesse und der fristgerechten Durchführung der kompletten Simulation des Krisenfalls inklusive Marktkommunikation und Dokumentation anbieten.

Gerne bieten wir Ihnen auch einen unverbindlichen Informationsaustausch bei Ihnen vor Ort an

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